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Hier finden Sie Informationen zu Autismus und Asperger- Syndrom.
Leo Kanner (1896- 1981) Hans Asperger (1906-1980)
Bilder entnommean aus:
Kanner: http://www.autism-home.com/images/kanner.gif,
Asperger: http://www.kinderohneangst.de/Asperger2.jpg
Als Erstbeschreiber des Autismus gelten der amerikanische Pädiater Leo Kanner (1943) und der Wiener Kinderarzt Hans Asperger (1938, 1944).
Autismus- Spektrum- Störungen werden zu den tiefgreifenden Entwicklungstörungen gezählt.
"Diese
Gruppe von Störungen ist gekennzeichnet durch qualitative
Abweichungen in den wechselseitigen sozialen Interaktionen und
Kommunikationsmustern und durch ein eingeschränktes, stereotypes,
sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten.
Diese qualitativen Auffälligkeiten sind in allen Situationen ein
grundlegendes Funktionsmerkmal des betroffenen Kindes." ( DIMDI, 2007)
Zu den tiefgreifenden Entwicklungstörungen
zählen u.a.:
F84.0 Frühkindlicher Autismus
F84.1 Atypischer Autismus
F84.3 Andere desintegrative Störung des Kindesalters
F84.5 Asperger-Syndrom
F84.8 Sonstige tief greifende Entwicklungsstörungen
F84.9 Tief greifende Entwicklungsstörung, nicht näher bezeichnet
Diagnosekriterien
WHO: ICD-10 Forschungskriterien, F 84 Tiefgreifende Entwicklungsstörungen
F84.0 frühkindlicher Autismus
A. Vor dem dritten Lebensjahr manifestiert sich eine auffällige und beeinträchtigte
Entwicklung in mindestens einem der folgenden Bereiche:
1. rezeptive oder expressive Sprache, wie sie in der sozialen Kommunikation
verwandt wird
2. Entwicklung selektiver sozialer Zuwendung oder reziproker sozialer Interaktion
3. funktionales oder symbolisches Spielen.
B. Insgesamt müssen mindestens sechs Symptome von 1., 2. und 3. vorliegen, davon
mindestens zwei von 1. und mindestens je eins von 2. und 3.:
1. Qualitative Auffälligkeiten der gegenseitigen sozialen Interaktion in mindestens zwei
der folgenden Bereiche:
a. Unfähigkeit, Blickkontakt, Mimik, Körperhaltung und Gestik zur Regulation
sozialer Interaktionen zu verwenden
b. Unfähigkeit, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzunehmen, mit gemeinsamen
Interessen, Aktivitäten und Gefühlen (in einer für das
geistige Alter
angemessenen Art und Weise trotz hinreichender Möglichkeiten)
c. Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit, die sich in einer Beeinträchtigung
oder devianten Reaktion auf die Emotionen anderer äußert; oder Mangel an
Verhaltensmodulation entsprechend dem sozialen Kontext; oder nur labile
Integration sozialen, emotionalen und kommunikativen Verhaltens
d. Mangel, spontan Freude, Interessen oder Tätigkeiten mit anderen zu teilen (z. B.
Mangel, anderen Menschen Dinge, die für die Betroffenen von Bedeutung sind,
zu zeigen, zu bringen oder zu erklären).
2. Qualitative Auffälligkeiten der Kommunikation in mindestens einem der folgenden
Bereiche:
a. Verspätung oder vollständige Störung der Entwicklung der gesprochenen
Sprache, die nicht begleitet ist durch einen Kompensationsversuch durch Gestik
oder Mimik als Alternative zur Kommunikation (vorausgehend oft fehlendes
kommunikatives Geplapper)
b. relative Unfähigkeit, einen sprachlichen Kontakt zu beginnen oder
aufrechtzuerhalten (auf dem jeweiligen Sprachniveau), bei dem es einen
gegenseitigen Kommunikationsaustausch mit anderen Personen gibt
c. stereotype und repetitive Verwendung der Sprache oder idiosynkratischer
Gebrauch von Worten oder Phrasen
d. Mangel an verschiedenen spontanen Als-ob-Spielen oder (bei jungen
Betroffenen) sozialen Imitationsspielen.
3. Begrenzte, repetitive und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten in
mindestens einem der folgenden Bereiche:
a. umfassende Beschäftigung mit gewöhnlich mehreren stereotypen und begrenzten
Interessen, die in Inhalt und Schwerpunkt abnorm sind, es kann sich aber auch
um ein oder mehrere Interessen ungewöhnlicher Intensität und Begrenztheit
handeln
b. offensichtlich zwanghafte Anhänglichkeit an spezifische, nicht funktionale
Handlungen oder Rituale
c. stereotype und repetitive motorische Manierismen mit Hand- und Fingerschlagen
oder Verbiegen, oder komplexe Bewegungen des ganzen Körpers
d. vorherrschende Beschäftigung mit Teilobjekten oder nicht funktionalen Elementen
des Spielmaterials (z. B. ihr Geruch, die
Oberflächenbeschaffenheit oder das von
ihnen hervorgebrachte Geräusch oder ihre Vibration).
C. Das klinische Bild kann nicht einer anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörung
zugeordnet werden, einer spezifischen Entwicklungsstörung der rezeptiven Sprache
(F80.2) mit sekundären sozio-emotionalen Problemen, einer reaktiven
Bindungsstörung (F94.1), einer Bindungsstörung mit Enthemmung (F94.2), einer
Intelligenzminderung (F70-F72), mit einer emotionalen oder Verhaltensstörung,
einer Schizophrenie (F20) mit ungewöhnlich frühem Beginn oder einem
Rett-Syndrom (F84.2).
F84.5 Asperger Syndrom
A. Es fehlt eine klinisch eindeutige allgemeine Verzögerung der gesprochenen oder
rezeptiven Sprache oder der kognitiven Entwicklung. Die Diagnose verlangt, daß
einzelne Worte bereits im zweiten Lebensjahr oder früher und kommunikative
Phrasen im dritten Lebensjahr oder früher benutzt werden. Selbsthilfefertigkeiten,
adaptives Verhalten und die Neugier an der Umgebung sollten während der ersten
drei Lebensjahre einer normalen intellektuellen Entwicklung entsprechen. Allerdings
können Meilensteine der motorischen Entwicklung etwas verspätet auftreten und
eine motorische Ungeschicklichkeit ist ein häufiges (aber kein notwendiges)
diagnostisches Merkmal. Isolierte Spezialfertigkeiten, oft verbunden mit einer
auffälligen Beschäftigung sind häufig, aber für die Diagnose nicht erforderlich.
B. Qualitative Beeinträchtigungen der gegenseitigen sozialen Interaktion (entsprechend
den Kriterien für Autismus).
C. Ein ungewöhnlich intensives umschriebenes Interesse oder begrenzte, repetitive
und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten (entspricht dem
Kriterium für Autismus, hier sind aber motorische Manierismen, ein besonderes
Beschäftigtsein mit Teilobjekten oder mit nicht-funktionalen Elementen von
Spielmaterial ungewöhnlich).
D. Die Störung ist nicht einer anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörung, einer
schizotypen Störung (F21), einer Schizophrenia simplex (F20.6), einer reaktiven
Bindungsstörung des Kindesalters oder einer Bindungsstörung mit Enthemmung
(F94.1 und F94.2) einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung (F60.5) oder einer
Zwangsstörung (F42) zuzuordnen.
Therapie:
Empirisch gut abgesicherte und allgemein anerkannte Verfahren:
generell verhaltenstherapeutische Verfahren und Therapieprogramme
(zum Beispiel ABA-Ansatz, Lovaas, TEACCH, PECS) |
Empirisch mäßig abgesicherte, aber potenziell wirksame Verfahren:
Training sozialer und kommunikativer Fähigkeiten:
„theory of mind“- Training,
Förderung des sozialen Verständnisses, (FEFA),
Sozialgruppen
|
Empirisch nicht abgesicherte, aber in bestimmten Fällen hilfreiche Verfahren:
Ergotherapie, Physiotherapie, sensorische Integration, Logopädie
|
Zweifelhafte Methoden
gestützte Kommunikation,
Festhaltetherapie,
Diäten, Vitamin-Mineralstofftherapien, Sekretin,
Therapie der visuellen und auditiven Wahrnehmung wie
Auricula-Training, Tomatis-Therapie, Irlen-Therapie, auditives
Integrations-Training
|
Weitere
aktive (ggf. unterstützte) Freizeitgestaltung, Selbsthilfegruppen, Psychoedukation
|
Tabelle nach: Remschmidt, Helmut; Kamp-Becker, Inge: Das Asperger-Syndrom – eine Autismus-Spektrum-Störung. Deutsches Ärzteblatt 104, 30.03.2007, Seite A-873
Therapie und Förderung bei Autismus:
(unvollständige Auswahl ! )
siehe auch unter: aktuelles / Material
Bölte, S. & Poustka, F. (2002).
Intervention bei autistischen Störungen: Status quo, evidenzbasierte, fragliche und fragwürdige Techniken. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 30, 271-280.
Häußler,
A.: Strukturierung als Hilfe zum Verstehen und Handeln: Die
Förderung von Menschen mit Autismus nach dem Vorbild des
TEACCH-Ansatzes. Veröffentlichung auf der Webseite www.autismus-in-berlin.de.
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High-Functioning-Autismus und Asperger-Syndrom. In: heilpaedagogik.de
2006/3, 13-19.
Regionalverband Mittelfranken „Hilfe für das autistische Kind e.V.“: Asperger-Autisten verstehen lernen.Emskirchen 2004 NEU Auflage 2009
www.autismus-online.de: Zusammenstellung von Links zum Thema Therapie und sehr vielen anderen Bereichen
schulische Förderung bei Autismus:
(unvollständige Auswahl ! )
siehe auch unter: aktuelles / Material
autismus Deutschland e.V. (01.04.2009). Nachteilsausgleich
für Schülerinnen und Schüler mit einer Autismus-Spektrum-Störung- Stellungnahme
des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesverbandes autismus Deutschland e.V.
Bundesverband AUTISMUS DEUTSCHLAND:Rechtsratgeber Schule
.
Bundesverband Hilfe für das autistische Kind / vds (2003): Autismus macht Schule. Würzburg
.
Bundesverband Hilfe für das autistische Kind (2005): Asperger- Syndrom- Strategien und Tipps für den Unterricht. Ein Handreichung für Lehrer, Hamburg
.
Bundesverband AUTISMUS DEUTSCHLAND/ Wilczek, B. (2007): Schulbegleitung für Schülerinnen und Schüler mit Asperger- Syndrom. Hamburg
Fachgruppe Autismus im vds Berlin: Handreichung zur schulischen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Autismus in Berlin (überarbeiteter Entwurf). Berlin 2006
Hausotter,
A. (2009). Förderschwerpunkt Autistisches Verhalten: Förderliche Bedingungen
für Schülerinnen
und Schüler mit autistischem Verhalten in Schulen Schleswig-Holsteins. Zu
bestellen unter: LINK
Hessisches Kultusministerium (2007). Einstiegshilfen für den Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten. Wiesbaden.
Greß, J. (2008). Schulbegleitung- Hinweise zu den rechtlichen Voraussetzungen und zur Beantragung eines Schulbegleiters / Integrationshelfers
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Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen - Schleswig- Holstein (IQSH). Nachteilsausgleich. Anwenderhinweise zum
Nachteilsausgleich bei Schülerinnen und Schülern mit autistischem Verhalten
Knorr, Ph. (2008). Autismus und Schule- Umsetzungsmöglichkeiten und Strukturen. Onlineartikel.
Knorr, P. (2009). Förderschwerpunkt Autismus- 30 Tipps für Lehrkräfte. Onlinepublikation.
Landesamt für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg (o.J.). Autismus- eine (nicht) alltägliche Herausforderung - Dokumentation der Arbeitsgruppe Autismus. pdf
Maier, H./ Scheel,R./
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Förderung von Kindern und Jugendlichen mit autistischen
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Schirmer, B. (2010).
Schulratgeber Autismus-Spektrum-Störungen: Ein Leitfaden für LehrerInnen.
München:
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Schuster , N. (2010).
Autismus und Schule- Lösungsansätze für die Praxis. Onlineressource.
Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland: Empfehlungen zu Erziehung und Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit autistischem Verhalten. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.06.2000
Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung: Beantragung eines Schulbegleiters für Kinder und Jugendliche mit Autismus. München 2007
Staatsinstitut für
Schulqualität und Bildungsforschung: Nachteilsausgleich
für Kinder
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VDS, Verband Sonderpädagogik e. V. (2008). Standards der sonderpädagogischen Förderung. Abschn. Autismus, Zeitschrift für Heilpädagogik, 59 (2).
Weber, E. & Bülow, I. (Hrsg.) (2009). Mit Autismus muss
gerechnet werden!. Verlag Books
on Demand.
Förderschwerpunkt
Autismus in den Bundesländern (viele Materialien; siehe auch hier):
Baden- Württemberg
Bayern und MSD Autismus
Berlin:
Fachgruppe Autismus im vds Berlin
(2002). Handreichung zur schulischen Förderung von Schülerinnen und Schülern
mit dem Förderschwerpunkt Autismus in Berlin. Heft 3 (ENTWURF)
Berliner Auftragsschulen: Schule
am Friedrichshain, Comenius- Schule
Handreichung Berlin- Brandenburg
Hamburg (Elterninitiative Schule)
Hessen
Niedersachsen
NRW
Rheinland- Pfalz
Sachsen Arbeitsgruppe Autismus im vds- Landesverband Sachsen e.V.
Sachsen- Anhalt
Schleswig- Holstein
Thüringen- Landesfachberaterin
Ich bin dankbar für Hinweise zu anderen Bundesländern.
"Politisches":
Kleine
Anfrage Autismus Baden- Württemberg
Kleine
Anfrage Autismus Berlin
gemeinsame Stellungnahme Autismus an den Senat Bremen
Kleine Anfrage
Autismus Niedersachsen
Verdener Erklärung- Niedersachsen
Für weitere Informationen sei auf
Deutsches Ärzteblatt 104, 30.03.2007, Seite A-873
Roy, Mandy; Dillo,
Wolfgang; Emrich, Hinderk M.; Ohlmeier, Martin D.
(2009).
Das
Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter, Dtsch Arztebl Int; 106(5): 59-64
Hans E. Kehrer, Ina Overesch, Brigitte Ziegler:
An Autismus denken. Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 31–32, 3. August 1998 (41)
Remschmidt, Helmut
Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 19, 12. Mai 2000
und die Seite der
Autismus-Ambulanz Region Rostock verwiesen.
siehe auch unter: aktuelles / Material
Fachliteratur Autismus und Schule / Integration:
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